„Als Trainer freust du dich, als Platzwart nicht“

Emsteks Alexander Wieborg über die Rolle als „Best of the Rest“, die enge Kreisliga und noch neun Heimspiele.
Thorin Mentrup

Foto: Engagiert an der Seitenlinie: Alexander Wieborg hat mit dem SV Emstek ein solides erstes Halbjahr nach dem Aufstieg gespielt.

Emstek Vier Teams sind in der Fußball-Kreisliga der Konkurrenz enteilt, dahinter aber geht es eng zu. Die Rolle als „Best of the Rest“, der stärksten Mannschaft hinter dem Führungs-Quartett um Emstekerfeld, Ramsloh, Essen und Gehlenberg, hat derzeit ein Aufsteiger inne: der SV Emstek. Über diesen Status spricht SVE-Trainer Alexander Wieborg im Interview und verrät obendrein, wie seine Elf den schwierigen Saisonstart abschüttelte und was das nächste Ziel seiner Emsteker ist.

Herr Wieborg, inoffizielle Titel sind im Fußball die Herbst- und die Wintermeisterschaft.
Darf man Ihrem SV Emstek trotzdem den Titel als „Best of the Rest“ der Kreisliga Cloppenburg verleihen?
(lacht) Das ist eine gute Frage. Theoretisch nicht, weil Bühren noch ein Nachholspiel hat und uns mit einem Sieg überholen kann. Mit Platz fünf sind wir als Aufsteiger aber natürlich super zufrieden. „Best of the Rest“ würde man als Trainer aber niemals als Titel annehmen.

Nach drei Niederlagen aus den ersten drei Spielen hat sich Ihr Team gefangen und nur zwei der folgenden elf Partien bis zur Winterpause verloren.
Wie ist die Wende gelungen?
Wir haben am Anfang Lehrgeld gezahlt, waren sehr vorsichtig, haben uns zu wenig zugetraut. Das Auftaktprogramm war mit Spielen gegen Emstekerfeld, Gehlenberg und dem Derby in Cappeln allerdings auch schwer.
Danach haben wir uns mit dem Mannschaftsrat zusammengesetzt und beschlossen, dass wir mutiger sein wollen. Das hat sehr gut funktioniert. Aus Trainerperspektive waren wir nicht immer so stabil, wie ich es mir gewünscht hätte, aber in Summe sind wir nach dem schwierigen Start gut drin.

Für Ihr Team liegt ein Abstiegsrang näher (7 Punkte) als eine Top-4-Platzierung (8). Was sagt das über die Liga aus?
Dass sie sehr ausgeglichen ist. Aber das ist auch schön: Selbst oben hast du keinen klaren Favoriten, der durchmarschiert wie zuletzt Höltinghausen oder Bethen.
Wir haben gegen Essen und Ramsloh gepunktet, können also mithalten. Und alle anderen Mannschaften sind nahezu auf einem Level. Da kommt es darauf an, wer gerade fit und wie die Tagesform ist.

Schauen Sie mehr nach oben oder nach unten?
Im Moment eher nach unten. Wir wollen 32 Punkte holen, das reicht, um drin zu bleiben. Zu dieser Marke fehlen uns noch 13 Punkte. Die zu holen und die Klasse zu halten, ist unser nächstes Ziel. Wir wollen natürlich auch im einstelligen Bereich bleiben. Aber wir tun gut daran, erst einmal kleine Brötchen zu backen.

Was ist Ihnen in der Rückserie noch wichtig?
Wir haben eine zu großen Teilen sehr junge Mannschaft. Wir wollen die Spieler weiter integrieren und uns stabilisieren. Wir sehen in guten Spielen, was wir können. Das wollen wir noch konstanter abrufen. Für uns gibt es kein Nachlassen.
Außerdem sind wir in der Rückrunde häufig stärker als in der Hinserie. Von daher hoffen wir, dass wir weiter stark aufspielen werden.

Und das überwiegend im eigenen Stadion: Der SVE bestreitet noch neun Heimspiele ...
Als Trainer freust du dich darauf, als Platzwart nicht, weil wir allein im März vier Heimspiele haben (lacht). Das kann schon eine Herausforderung für ihn sein. Da wir kein Flutlicht haben, tauschen wir auch das Heimrecht, wenn wir Spiele verlegen. Deshalb haben wir jetzt viele Heimspiele.
Wir freuen uns darauf. Und wenn wir alle gewinnen, dann sind wir sehr glücklich.

Quelle: Münsterländische Tageszeitung

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