SV Emstek im Aufwind: So erklärt Alexander Wieborg die Trendwende.![]()
In der Serie „Nachgefragt“ spricht der Trainer (38) über die aktuelle Lage beim Kreisliga-Aufsteiger. Zudem verrät er, wie er über die Liga denkt und wer für ihn Titelkandidat Nummer 1 ist.
Til Bettenstaedt | 22.09.2025
Pokal-Aus in Sternbusch sowie Kreisliga-Niederlagen gegen Emstekerfeld, Gehlenberg-Neuvrees und Cappeln: Die ersten Wochen der Spielzeit 2025/26 hatten sich die Fußballer des SV Emstek sicher anders vorgestellt. Mittlerweile sieht die Welt beim Aufsteiger aber wesentlich rosiger aus. Seit vier Partien ist der SVE ungeschlagen, zuletzt feierte das Team von Alexander Wieborg sogar zwei Siege in Folge und arbeitete sich in der Tabelle auf Rang 10 vor. In der OM-Medien-Rubrik „Nachgefragt“ spricht der 38-Jährige über die Gründe der Leistungssteigerung, Verletzungssorgen und seinen Titelkandidaten Nummer 1. Zudem verrät er, wie er die Kreisliga einschätzt.
Herr Wieborg, Sie haben sich am Samstag im wahrsten Sinne des Wortes für den zweiten Saisonsieg gegen Peheim warmgelaufen…
So kann man das sagen. Ich habe mit meinem Arbeitgeber beim Garreler Freimarktslauf am Staffel-Wettbewerb für Firmen teilgenommen. Das war insofern etwas Besonderes, weil ich die 5 Kilometer gemeinsam mit meinem Sohn Leonard absolviert habe. Nach 29:08 Minuten haben wir die Ziellinie überquert – für einen Siebenjährigen ist das eine richtig gute Zeit, wie ich finde.
Einen Tag später gab’s beim 2:0-Sieg gegen den SV Peheim direkt das nächste Erfolgserlebnis. War’s verdient?
Ich denke, dass das Ergebnis in Summe in Ordnung geht. Wir haben defensiv gut gestanden und vorne zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Wir sind jetzt in der Kreisliga angekommen.
Zu Beginn der Saison tat sich Ihre Mannschaft eine Liga höher allerdings schwer. Woran lag das?
Das Auftaktspiel bei den ambitionierten E’feldern haben wir verdient 0:4 verloren, da war der TuS eine Klasse besser als wir. Eine Woche später beim 2:5 gegen Gehlenberg war dann auf jeden Fall mehr möglich. Wir sind 1:0 in Führung gegangen, haben im weiteren Verlauf aber zu naiv und nervös agiert. Beim 1:3 im Derby in Cappeln war unsere junge Mannschaft leider etwas überfordert. Nach diesem Spiel haben wir als Trainerteam das Gespräch mit dem Mannschaftsrat gesucht.
Was kam dabei heraus?
Wir waren uns schnell einig, dass wir als Team mutiger auftreten müssen. Als Aufsteiger legst du den Fokus natürlich erstmal auf die Defensive. Wir haben tief gestanden und wollten kompakt auftreten. Letztlich waren wir in den ersten Spielen aber einfach zu passiv. Nach der Sitzung haben wir uns dazu entschieden, taktisch etwas umzustellen. Die Spieler haben auf dem Platz nun mehr Freiheiten. Sie können auch mal selbst und spontan entscheiden, in welchen Phasen wir die gegnerischen Abwehrspieler vorne unter Druck setzen. Auch die Einstellung hat sich verbessert – die Führungsspieler gehen dabei voran.
War das folgende 0:0-Unentschieden beim BV Essen – einem der Titelaspiranten – eine Art Wendepunkt?
Auf jeden Fall. Wir haben dort nach der Roten Karte gegen Michel Bornhorst eine Stunde lang in Unterzahl gespielt und eine richtig gute Reaktion gezeigt. Wie wir mit einem Mann weniger aufgetreten sind, war schon klasse. Diese Partie hat uns viel Selbstvertrauen gegeben.
Im Kellerduell in Elisabethfehn eine Woche später war Ihre Mannschaft dann schon dicht dran am ersten Saisonsieg. Sie lagen bis zur 77. Minute mit 2:0 vorn…
…, die Führung haben wir aber leider noch verspielt und letztlich nur einen Punkt geholt. In der Schlussphase ist die Truppe etwas nervös geworden.
Am vergangenen Mittwoch in Sedelsberg holte der SV Emstek endlich erstmals in dieser Serie drei Punkte. Wie groß war der Stein, der Ihnen und dem Team nach dem 4:1-Erfolg vom Herzen gefallen ist?
Wir alle waren natürlich sehr erleichtert. Man muss aber ehrlich sagen, dass wir das Spiel auch hätten verlieren können. Wir hatten Glück, dass Sedelsberg seine Chancen nicht genutzt hat. Jetzt fragt aber keiner mehr danach, wie der Sieg zustande kam. Leider wurde er aufgrund zweier Verletzungen getrübt.
Am kommenden Samstag gastiert Emstek bei BW Ramsloh![]()
Was ist passiert?
Sowohl unser Torwart Bastian Fitzner als auch Kapitän Jan-Philipp Plaggenborg – beide sind enorm wichtig für uns – mussten ausgewechselt werden. In den kommenden Tagen liegen uns die Diagnosen vor. Ich hoffe sehr, dass die beiden nicht länger ausfallen. Generell ist unser Kader mit knapp 30 Spielern aber groß genug, es müssen andere einspringen. Verletzungspech möchte ich nicht als Ausrede gelten lassen.
Sie haben den SV Emstek vor anderthalb Jahren in der Kreisliga übernommen und ihn nach dem Abstieg zurück dorthin geführt. Wie schätzen Sie die Klasse in dieser Saison ein?
Meiner Meinung gibt es mit Gehlenberg, Ramsloh, Essen und Emstekerfeld vier Teams, die sich vom Rest etwas absetzen. Von Platz 5 bis 15 kann jeder jeden schlagen. Da entscheidet oft die Tagesform über Sieger und Verlierer. Wir wollen natürlich so schnell wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun haben.
Wer aus dem Quartett, das Sie gerade genannt haben, ist Ihr Titelkandidat Nummer 1?
Wenn ich jetzt tippen müsste, würde ich auf Ramsloh setzen. Da müssen wir am Samstag hin. Mal schauen, ob wir für eine Überraschung sorgen können.